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Interview: Abbau bei SBB Cargo: «Dieser Abbau kann und muss gestoppt werden»

Am 29. Juni informierte SBB Cargo die Sozialpartner im Begleitausschuss über den Stand des im Februar vom SBB-Verwaltungsrat abgesegneten Abbaus von Arbeitsplätzen und Bedienpunkten: Die Zahl der Mitarbeitenden soll von rund 2200 im Februar 2018 auf noch rund 1400 im Jahr 2023 fallen. Und von den aktuell übrig gebliebenen rund 340 Bedienpunkten soll die Hälfte überprüft werden. kontakt.sev hat beim zuständigen SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn nachgefragt, wo der Abbau zurzeit steht und ob sich dieser noch stoppen lässt.

Beitrag im SEV-Kontakt als PDF: (10/18 vom 12. Juli 2018):



Wenn viel Geld zur Mangelware deklariert wird

Die Bundesfinanzen sind gesund und rechtfertigen keinen Abbau bei Sozialversicherungen und Service public.

Nerven brauchte das Anhören der Voten zur Rechnung 2017: Satte 2,8 Milliarden Franken Überschuss weist die Bundesrechnung 2017 aus. Ohne Rückstellungen für mögliche Rückforderungen der Verrechnungssteuer wäre gar ein Überschuss von 4,8 Mia. Franken entstanden. Bei diesen Zahlen geltend zu machen, es sei an der Zeit, den Gürtel enger zu schnallen, ist fragwürdig. Natürlich ist es richtig und wichtig, dass mit jedem Bundesfranken effizient und sorgfältig gewirtschaftet werden muss. Zutreffend ist auch, dass wir einige Grossprojekte vor uns haben, die etwas kosten werden. Tatsache ist aber, dass wir mit der Steuerreform 17 eine weitere Einnahmenerosion riskieren. Auch mit einer ergänzenden AHV-Finanzierung gemäss «Vorschlag Ständerat» braucht es eine weitere Reform zur Altersvorsorge. 

Die gesunde wirtschaftliche Situation in unserem Land mit guten Perspektiven muss zu einem Bekenntnis und zum Tatbeweis führen, dass anständige Renten, von denen jede und jeder im Alter leben kann, gesichert und die Sozialversicherungen nicht dauernd infrage gestellt werden. Dass auch der Service public gesichert wird, dass die Löhne regelmässig angepasst werden und dass Solidarität im In- und Ausland ins rechte Licht gerückt wird. 

Neat-Projekte: Erfolg der Gemeinschaft Bei der Präsentation des Berichtes der Neat-Aufsichtsdelegation (NAD), die ich gegenwärtig präsidiere, konnte ich im Nationalrat darlegen, wie sich der Mut zu Grossprojekten mit den drei Basistunnels lohnt: In der Schweiz sind wir in der Lage, ein Projekt für den öV mit einem Kostenrahmen von 24 Milliarden Franken über gut zwei Jahrzehnte zu planen und zu realisieren! 

BAV: rote Karte Das Fiasko um die Vergabe der Fernverkehrskonzessionen machte es klar: Das Bundesamt für Verkehr hat sich mit seinem Wettbewerbseifer ins Offside manövriert. 

Mit Vorstössen im Rat und der Verkehrskommission verlange ich nun den «Schaden» zu berechnen und Weichen zu stellen, damit in Zukunft ein Fairplay gesichert wird. Damit wir auch in Zukunft einen Service public mit guten öV-Angeboten, passenden Investitionen und anständigen Jobs haben! 

Philipp Hadorn, Gewerkschafts- sekretär SEV und Nationalrat SP/SO 

Beitrag im SEV-Kontakt: (08/18 vom 14. Juni 2018)

 



Fernbus-Konzessionen

Nationalrat verpasst Chance, den Schweizer Fernverkehr zu schützen

Der SEV bedauert, dass der Nationalrat die Änderung des Personenbeförderungsgesetzes Art. 9 betreffend Konzessionserteilung für nationale Fernbuslinien abgelehnt hat. Der Schweizer Fernverkehr ist ein Erfolgsmodell, das durch die Konkurrenz von Fernbussen gefährdet wird.

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Parlament stoppt Railfit 20/30 nicht

Als die SBB im Herbst 2016 mit ihrem Railfit-Sparprogamm den Abbau von 1400 Stellen bis 2020 bekannt gab, reichte SEV- Gewerkschaftssekretär und Nationalrat Philipp Hadorn im Parlament die Motion «Den ‹McKinsey-Express› bei den SBB stoppen» ein. Doch der Nationalrat lehnte es nun am 27. Februar auf Antrag des Bundesrats ab, Railfit zu stoppen und der SBB neue Vorgaben zu machen. Obwohl Hadorn vor dem Abbau von Leistungen und Qualität bis hin zu Sicherheitsproblemen warnte. Abgelehnt wurde auch Hadorns Motion, die den Bundesrat mit Massnahmen zum Erhalt der Gotthard-Bergstrecke inklusive Zugbegleitung beauftragt hätte.

Beitrag im SEV-Kontakt:

 

 



SBB Cargo verlagert Güter auf die Strasse

800 Stellen und 170 Bedienpunkte im Visier: «Fitnessprogramm» ist eine gefährliche Abmagerungskur

SBB Cargo verlagert Güter auf die Strasse

SBB Cargo plant bei Personal und Wagenla-dungsverkehr den Kahlschlag. Dieser ist übereilt, strategisch falsch, stösst die Kunden vor den Kopf und verlagert Güter auf die Strasse – auf Kosten von Bevölkerung, Umwelt und Personal. Darum ist der SEV dagegen. Dass die SBB-Führung gleichzeitig den Kündigungsschutz im GAV angreift, ist sozial unsensibel und völlig inakzeptabel.

Der für Cargo zuständige SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn kritisiert den Abbau Hunderter Stellen in Fläche und Zentrale im Eiltempo als vermessen und schädlich: «Die letzten Reorganisationen sind noch nicht fertig umgesetzt und führen schon jetzt zu Personalengpässen und prekären Situationen. Die Verunsicherung der Mitarbeitenden ist enorm, viele arbeiten am Limit oder darüber. Zusammen mit den ungeheuerlichen Forderun- gen der SBB bei den GAV-Verhandlungen kann dieser weitere Angriff auf das Personal zu Massnahmen des Zornes und Kampfes führen! Mit den be- troffenen Mitgliedersektionen werden wir unser weiteres Vorgehen besprechen. (mehr …)



Bund muss Cargo-Eigner bleiben

Bericht des Bundesrats zum künftigen Eignermodell für SBB Cargo

Bund muss Cargo-Eigner bleiben

Der Bundesrat kam beim Vergleich von Eignermodellen für SBB Cargo zum Schluss, dass der Bund aus volkswirtschaftlichen, verkehrs- und staatspolitischen Gründen Mehrheitsaktionär von SBB Cargo bleiben muss. Der SEV begrüsst die Einsicht, dass eine Privatisierung nicht zielführend wäre. Er findet aber, dass neben dem vom Bundesrat favorisierten Verbleib von SBB Cargo im Konzern SBB das Modell einer direkten Unterstellung unter den Bund weiterzuverfolgen ist (mehr …)



SBB will Cargo «sanieren» und «Railfit 20/30» weiterführen

SEV warnt: Sparen kann sich rächen

Bei der SBB haben Personenverkehr, Infrastruktur und Immobilien im ersten Halbjahr eine gute Performance erzielt, Cargo aber 25 Mio. Verlust gemacht. Dort wurde bereits ein «Sanierungsprogramm » gestartet – zusätzlich zum «Effizienzprogramm» Railfit 20/30. Dieses ist laut SBB «dringlich weiterzuführen ». Doch zu viel und am falschen Ort zu sparen birgt Risiken.

 

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SEV lehnt unzumutbaren Stellenabbau ab

Die SBB-Gütertochter hat im ersten Halbjahr mit dem neuen Wagenladungsverkehr einen zweistelligen Millionenverlust eingefahren. Dazu kommt nun die Sperre bei Rastatt/D, die sie viele weitere Millionen kosten wird. Die Leitung spart sofort, vor allem beim Büropersonal, das schon jetzt überlastet ist. Der SEV fordert Augenmass beim Sparen und mehr Realismus der Politik: Wenn diese von SBB Cargo jedes Jahr eine schwarze Null verlangt , spart sich das Unternehmen zu Tode.

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OBI soll nicht zum Globi werden

OBI, die Vorlage zur Organisation der Bahninfrastruktur, hatte ein klares Ziel: das schweizerische Bahnsystem zu stärken. Mehr Transparenz und Kundenfreundlichkeit waren die Eckpfeiler.

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Auslagern für mehr Wettbewerb

Die KVF will die SBB Cargo auslagern und in eine Holding-Gesellschaft umwandeln. Der SEV äussert scharfe Kritik an diesem Entscheid.

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