PODIUM – IDEA SPEKTRUM

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Podium

Sie tragen einen „Fisch“ an Ihrer Jacke, einen Kleber auf Tasche oder Fahrzeug? Den christlichen Fisch, ICHTHYS, als Bekenntnis für „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter und Erlöser“? Sie werden darauf angesprochen – mal aus Interesse, mal mit Spott, mal mit Achtung? Sie legen dar, dass dies ein Glaubenssymbol der Christen ist? Nein, nein, es gehe dabei nicht um eine Organisation. Christen aller Kirchen nutzen dies. Fühlen Sie sich nun akzeptiert oder diskriminiert? Sie erwarten, dass Ihr Bekenntnis respektiert wird. Zu Recht! Ich kenne Muslime. In unserem Industriedorf ist ihr Anteil beachtlich. Auch sie tragen ihre Symbole, organisieren sich nach ihren verschiedenen Glaubensprägungen. Ihr Bekenntnis führt oft zu Vorbehalten, Nachteilen und auch zu Angst – gerade von Christen. Ich bin dankbar, in einem Land zu leben, wo Glaubens- und Gewissensfreiheit geschützt sind, auch das Recht für Versammlungen. Auch ich kenne Unbehagen gegenüber Unbekanntem und Fremden. Gespräche erlebe ich zwar gelegentlich mühsam und herausfordernd, aber mehrheitlich bereichernd. Geschützte Rechte dürfen zu keinen Benachteiligungen führen. Bin ich in meiner Beziehung zu Christus verwurzelt, ist mein Leben nicht von Angst geprägt. In Joh. 16,33 sagt uns Jesus, dass er uns „all dies“ gesagt habe, damit wir Frieden haben. Ermutigung ist uns zugesichert. So trage ich „mit Stolz mein Fischli“ und lebe was mich Jesus lehrte: Auch den Gleich- und Andersglaubenden zu achten. Oder gelingt es mir gar, diesen zu lieben?

Der Autor ist Nationalrat der SP, Gewerkschafter des Verkehrspersonals SEV, Präsident vom Blauen Kreuz Schweiz, engagiert sich in der evang.-method. Kirche und lebt mit seiner Frau und den drei Söhnen (19, 21 & 24 j.) in Gerlafingen SO, www.philipp-hadorn.ch.

DIESER ARTIKEL ERSCHIEN AM 28. SEPTEMBER 2016 IM IDEA SPEKTRUM SCHWEIZ

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