PODIUM – IDEA SPEKTRUM

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Abstimmungen und Wahlen prägen das Leben von Politikerinnen und Politikern. Bei Abstimmungen gilt es, Sachverhalt und Empfehlung zu erklären. Bei Wahlen, sich selbst und die eigenen Positionen bekannt zu machen und zu begründen, weshalb „mein Name“ auf der Wahlliste erscheinen soll. So weit, so gut. Kandidierende sollten selbst wissen, weshalb sie ein Amt anstreben. Bei Christen hoffe ich, dass dies etwas mit der Suche nach Berufung zu tun hat. Wählende haben Anspruch, etwas von mir zu erfahren. Meine Wahlen für Kantons- und Nationalrat prägte mein Slogan: klar.gewerkschaftlich, klar.christlich, klar.sozial. Berater meinten, mit meiner „Triologie“ würde ich Wählende vergraulen. Ich sehe darin eine grosse Schnittmenge und will diese deklarieren. Mit Erstaunen entnahm ich dem Interview eines Nationalratskollegen in ideaSpektrum die Aussagen: „Mein Auftritt ist konsequent auf die Interessen der KMU ausgerichtet“ und „es gibt keine christliche Politik“, aber der Glaube sei vermehrt in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Als bekennender Christ, Sozialdemokrat, Gewerkschafter und Nationalrat bin ich dem Gemeinwohl verpflichtet. Eine blinde Interessenvertretung für die eigene Klientel würde für mich im Widerspruch stehen zur „Suche nach der Stadt Bestem“¹. Auch wenn es im Detail schwierig sein mag, zu beurteilen, was eine christliche Politik ist, glaube ich immer häufiger zu erkennen, dass es in gewissen Fragen eine klar unchristliche, der Lehre Christi widersprechende Politik gibt. Diese meide ich.

¹Jeremia 29,7 – die Politik soll dem Gemeinwohl verpflichtet sein

Philipp Hadorn ist SP-Nationalrat, Gewerkschafter des Verkehrspersonals SEV, Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz.

DIESER ARTIKEL ERSCHIEN AM 22. MÄRZ 2017 IM IDEA SPEKTRUM SCHWEIZ

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