PODIUM – IDEA SPEKTRUM

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I have a dream

Während des Jubiläumsjahres des Reformators halte ich vor Studierenden der Uni Bern ein Referat über Martin Luther, also konkret über Martin Luther King jr. (MLK). Nicht über den Reformator, der mit seiner Glaubenserkenntnis Generationen prägt(e): Allein durch die Heilige Schrift – Rettung allein durch Glaube, Gnade, Christus. Ich sprach über den schwarzen Baptistenpfarrer aus dem Süden der USA, der aus dem Glauben an Christus eine gesellschaftliche Revolution auslöste. Das soziale Unrecht, die Rassentrennung mit anhaltender Diskriminierung der „Sklavenkinder“ machten den Pfarrer zum Bürgerrechtler. Mit dem Marsch auf Washington 1968 führte dies zur Verabschiedung des „Civil Rights Act“. Der gewaltfreie Widerstand brachte wichtige Schritte zur Gleichstellung und MLK den Friedensnobelpreis. Seine Ablehnung des Vietnamkrieges liess ihn bald zur „Persona non grata“ im Weissen Haus und auch bei einigen seiner Mitkämpfenden werden. Das Zeugnis von Martin Luther King liess Tausende Menschen etwas von der revolutionären Kraft des Evangeliums erleben.

Um den 1. Mai 2017, wo die Schweizer Gewerkschaftsbewegung den Slogan „Zukunft für alle, sozialer, gerechter“ durch die Strassen, in Versammlungslokale und Gemeindehäuser tragen, stelle ich mir vor, dass auch viele Christen mit durch die Strassen unserer Dörfer und Städte ziehen. Und, dass sie damit bekennen, dass sie die sozialen Ungerechtigkeiten wahrnehmen und verbannen: sola fide, sola gratia, solus Christus. – I have a dream!

Philipp Hadorn ist SP-Nationalrat, Gewerkschafter des Verkehrspersonals SEV, Präsident des Blauen Kreuzes Schweiz.

DIESER ARTIKEL ERSCHIEN AM 04. MAI 2017 IM IDEA SPEKTRUM SCHWEIZ

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